Hund stellt Bein nicht ab – ist das ein Notfall?
Kurz gesagt
Ihr Hund stellt ein Bein nicht ab? Erfahren Sie, wann eine Lahmheit ein Notfall ist – und wann nicht. Mit klaren Warnzeichen für Hundebesitzer.
Ihr Hund oder Ihre Katze stellt plötzlich ein Bein nicht mehr richtig ab. Er humpelt, entlastet die Gliedmasse oder berührt den Boden kaum noch – Sie fragen sich: Müssen wir jetzt sofort in die Notfallpraxis?
Diese Sorge ist verständlich. Die gute Nachricht zuerst: In den allermeisten Fällen ist eine Lahmheit für sich genommen kein Notfall.
Wann eine Lahmheit kein Notfall ist
Ein Hund, der ein Bein nicht voll belastet, sich aber sonst normal verhält – frisst, trinkt, ruhig atmet, ansprechbar ist und sich bewegen kann – braucht eine tierärztliche Abklärung, aber in der Regel keine nächtliche Fahrt in den Notdienst.
Eine sorgfältige orthopädische Untersuchung in den nächsten ein bis zwei Tagen ist hier der richtige Weg – und meist auch der bessere: Ihr Hund wird ruhiger und gründlicher untersucht, als das im Notfallbetrieb oft möglich ist.
Wichtig ist in dieser Zeit vor allem eines: Ruhe. Kein Toben, kein Treppensteigen ohne Hilfe, kein freier Auslauf. Jede unkontrollierte Bewegung kann einen bestehenden Schaden z.B. im Knie vergrössern.
Wann Sie nicht warten dürfen
Es gibt klare Warnzeichen, bei denen Ihr Hund ein echter Notfall ist. Bringen Sie Ihren Hund umgehend zum Notfalltierarzt, wenn zusätzlich zur Lahmheit eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auftreten:
- Erschwerte oder angestrengte Atmung – schnelles, mühsames oder geräuschvolles Atmen.
- Blutungen oder offene Wunden an der betroffenen Gliedmasse oder am Körper.
- Bewegungsunfähigkeit – Ihr Hund bewegt eine oder mehrere Gliedmassen gar nicht mehr oder kann nicht aufstehen.
- Verändertes Bewusstsein – Benommenheit, Teilnahmslosigkeit, Orientierungslosigkeit oder ungewöhnliche Reaktionen.
Diese Anzeichen können auf eine Verletzung oder Erkrankung hinweisen, die über das Bewegungssystem hinausgeht. In diesen Situationen suchen Sie bitte einen Notfalltierarzt in der Region Basel auf. Informationen dazu finden Sie auf der folgenden Website: notfalltierarzt.ch
Die häufigste Ursache hinter einer hartnäckigen Hinterhandlahmheit
Wenn Ihr Hund auf einmal oder progressiv ein Hinterbein nicht richtig abstellt, steckt sehr oft dieselbe Ursache dahinter: ein Kreuzbandriss. Es ist die häufigste orthopädische Erkrankung beim Hund – und sie betrifft längst nicht nur grosse Rassen.
Das Tückische daran: Ein Kreuzbandriss beginnt beim Hund meist nicht mit einem dramatischen Unfall, sondern schleichend. Aus einer anfänglichen Lahmheit, die mal besser, mal schlechter wird, entwickelt sich unbehandelt eine zunehmende Schädigung des Gelenks.
Was das für Ihren Hund bedeutet – und warum eine TPLO-Operation ihn zuverlässig wieder schmerzfrei laufen lässt – erfahren Sie in unserem Beitrag: Kreuzbandriss beim Hund und die TPLO-Operation.
Akute Lahmheiten können einen Knochenbruch (Fraktur) bedeuten – diese gehören immer orthopädisch versorgt.
Ihr nächster Schritt
Stellt Ihr Hund ein Bein länger als ein bis zwei Tage nicht richtig ab, sollten Sie die Ursache fachärztlich abklären lassen – bevor aus einem kleinen Problem ein grosses wird. Je früher die Diagnose steht, desto schonender und erfolgreicher ist die Behandlung. Wenn es um eine Lahmheit oder eine Operation geht, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.